{"id":3788,"date":"2018-03-03T01:33:00","date_gmt":"2018-03-02T23:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kashia.net\/marley\/?p=3788"},"modified":"2019-05-31T10:20:09","modified_gmt":"2019-05-31T08:20:09","slug":"marleys-verlorener-kampf-gegen-cushing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kashia.net\/marley\/?p=3788","title":{"rendered":"Marleys verlorener Kampf gegen Cushing"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.kashia.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Marley_16022005-11012018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-3826\" title=\"Marley_16022005-11012018\" src=\"http:\/\/www.kashia.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Marley_16022005-11012018.jpg\" alt=\"\" width=\"668\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.kashia.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Marley_16022005-11012018.jpg 835w, https:\/\/www.kashia.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Marley_16022005-11012018-300x191.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a>\n<\/p>\n<p>Marley hat seinen Kampf gegen Cushing und die begleitenden Krankheiten trotz meiner gr\u00f6\u00dften Bem\u00fchungen leider Anfang des Jahres 2018 verloren.<\/p>\n<p>Er hat nach der Diagnose noch ca. 3,5 Jahre gelebt, was eine entt\u00e4uschend kurze Zeit ist &#8211; ich kann mich erinnern, dass mir sowohl Tier\u00e4rzte als auch andere betroffene Hundebesitzer versichert hatten, dass er mit Cushing genauso alt werden kann, wie ein Hund ohne Cushing. Leider war dem nicht so und ich f\u00fchle ein gewisses pers\u00f6nliches Versagen, aber auch eine Unzul\u00e4nglichkeit in den veterin\u00e4rmedizinischen Behandlungsm\u00f6glichkeiten dieser Erkrankung &#8230; ich h\u00e4tte auf zumindest ein oder zwei gemeinsame Jahre mehr gehofft, da ich seit der Diagnose wirklich alles versucht habe und weder Kosten noch M\u00fchen gespart hatte.<\/p>\n<p>Einige wichtige pers\u00f6nliche Erkenntnisse und Erfahrungen im Zusammenhang mit Cushing sind:<\/p>\n<p>1.) In manchen F\u00e4llen (leider so bei Marley) kann das Cushing-Medikament Vetoryl (Wirkstoff Trilostan) leider sehr wohl &#8211; obwohl es an und f\u00fcr sich keine Zellen zerst\u00f6ren sollte &#8211; zu Nekrosen an den Nebennieren f\u00fchren; auch stehen h\u00e4ufige ACTH-Stimulations-Tests (also die k\u00fcnstliche Bombardierung mit zus\u00e4tzlichem Cortisol und leider im Moment die einzige Methode zur \u00dcberwachung der richtigen Einstellung der Medikamente gegen Cushing) im Verdacht, Sch\u00e4den an den Nebennieren hervorzurufen.<\/p>\n<p>2.) Eine Addison Krise aufgrund der Vetoryl Gabe kann schneller passieren, als man glaubt. Man sollte sich von dem Gedanken l\u00f6sen, dass man Medikamente unbedingt regelm\u00e4\u00dfig geben muss; kommt es bei einem Hund, der mit Trilostan behandelt wird zu Durchfall, Erbrechen, schlechtem Appetit, ist auf jeden Fall angesagt, das Medikament sofort abzusetzen! Im Unterschied zu anderen Medikamenten kann Vetoryl sehr gef\u00e4hrlich f\u00fcr den K\u00f6rper sein und zum Tod f\u00fchren; deshalb ist im Zweifel einmal weniger geben besser, als einmal mehr (das hat sich aber scheinbar leider noch nicht bei allen Tier\u00e4rzten herumgesprochen!)<\/p>\n<p>3.) Der ACTH-Stimulations-Test ist ein schlechtes Vehikel um die richtige Einstellung (von Vetoryl\/Trilostan) zu \u00fcberpr\u00fcfen. (In unserem konkreten Fall hatten wir nur 10 Tage vor einer Addison Krise den Test gemacht und er zeigte optimale Werte!). Alternativen scheint es immer noch nicht zu geben &#8230;<\/p>\n<p>4.) Wenn bei einem Cushing Hund mit Trilostan-Behandlung das Symptom PU\/PD nicht einged\u00e4mmt werden kann, k\u00f6nnte es sich &#8211; wie in Marleys Fall &#8211; um ein Makroadenom an der Hypophyse handeln, das die Produktion des antidiuretischen Hormons (ADH) hemmt und dadurch ein zentrales Diabetes Insipidus erzeugt, das dann mit anderen Medikamenten (Wirkstoff Desmopressin) behandelt werden muss.<\/p>\n<p>5.) Cushing beim Hund kommt h\u00e4ufiger vor, als gedacht; es wird nur nicht immer (richtig) diagnostiziert, da es bei vielen Hunde erst in hohem Alter auftritt.<\/p>\n<p>6.) Die Ursachen f\u00fcr Cushing beim Hund scheinen komplett unerforscht zu sein; es ist auch nicht klar, ob es vererbbar ist, oder ob Umweltfaktoren (z.B. Stress) verantwortlich sind.<\/p>\n<p>7.) In der Literatur werden einige Rassen als pr\u00e4disponiert beschrieben: Pudel, Dackel, Cockerspaniel, Beagle, einige Terrierrassen, Deutscher Sch\u00e4ferhund und Boxer. Durch den Austausch mit anderen Cushing-Hund-Besitzern habe ich jedoch den subjektiven Eindruck, dass es kleine doggenartige Rassen, wie franz\u00f6sische Bulldogge oder Boston Terrier h\u00e4ufig trifft und dann auch heftig mit schlimmer Calcinosis Cutis.<\/p>\n<p>8.) Ich habe den Eindruck, dass das Ausma\u00df und der Verlauf der Krankheit nicht nur abh\u00e4ngig vom einzelnen Hund, sondern abh\u00e4ngig von der Rasse sehr unterschiedlich verl\u00e4uft. W\u00e4hrend z.B. Dackel mit der Krankheit recht gut zurechtzukommen scheinen und viele Jahre lang mit dieser Krankheit leben und tats\u00e4chlich ein gutes Alter erreichen k\u00f6nnen, kenne ich keinen einzigen Whippet, der mit dieser Krankheit l\u00e4ngerfristig gut leben konnte und die normale Lebenserwartung von 15 Jahren oder mehr erreicht hat.<\/p>\n<p>9.) Bei dieser Krankheit br\u00e4uchte man einen kundigen Tierarzt, der auch gut verf\u00fcgbar ist, was in der Praxis leider kaum m\u00f6glich ist, da gerade die Experten nat\u00fcrlich prinzipiell zu wenig Zeit haben oder von den Institutionen abgeschottet werden.<\/p>\n<p>Weiters bin ich der Meinung, dass das Cushing Syndrom eben genau nur dieses ist, ein Syndrom, also eine Sammlung von Symptomen, wenn ein Tumor an der Hirnanhangdr\u00fcse oder an der Nebenniere f\u00fcr eine \u00dcberproduktion von Cortisol verantwortlich ist. Leider wird aber nicht untersucht, wieso es \u00fcberhaupt zur Bildung dieser Tumoren kommt. In Marleys Fall war wohl ein weiterer Tumor, ein neuroendokrines Karzinom, sehr wahrscheinlich im Zusammenhang stehend mit seiner Cushing Stoffwechselerkrankung, f\u00fcr seinen fr\u00fchzeitigen Tod verantwortlich.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\nDa es vielleicht bei dem ein oder anderen Hund mit Cushing Parallelen zu Marleys Krankheitsverlauf gibt, m\u00f6chte ich diesen hier nochmals zusammenfassen:<\/p>\n<p>Feb 2014 &#8211; Marley ist 9 Jahre alt und ich erkenne erste Cushing-Anzeichen: Haarverlust, Verfressenheit, schlaffes Bindegewebe und kleine Hautverletzungen, die nicht abheilen wollen, abends Unruhe; (r\u00fcckwirkend betrachtet, glaube ich sogar, dass er bereits Monate vorher erste leichte Symptome gezeigt hatte)<\/p>\n<p>Jun 2014 &#8211; da die Symptome f\u00fcr die konsultierten Tier\u00e4rzte nicht eindeutig genug waren, dauerte es mehr als 3 Monate bis wir schlie\u00dflich bei Dr. Zeugswetter an der Vetmed Wien die endg\u00fcltige Diagnose haben<\/p>\n<p>Jun 2014 &#8211; Jan 2015 &#8211; Marley ist mit 30 mg Vetoryl (Wirkstoff Trilostan), mit den \u00fcblichen vorgeschlagenen \u00dcberwachungsintervallen (ACTH-Stim-Tests) ganz gut eingestellt und seine Haare wachsen nach und er wirkt insgesamt wieder aktiver und ist weniger verfressen<\/p>\n<p>Feb 2015 &#8211; Marley zeigt wieder die Symptome (Verfressenheit, Haarausfall, Hautverletzungen, Unruhe), wir entscheiden die Dosierung auf 45 mg zu steigern<\/p>\n<p>Mar 2015 &#8211; Beim ACTH-Stim-Test liegt der Wert an der unteren Grenze, da jedoch die Symptome (Verfressenheit, Unruhe) abends immer noch vorhanden sind, wird mir nahegelegt, die Dosis auf zweimal pro Tag aufzuteilen (30mg morgens, 15mg abends).<\/p>\n<p>Apr 2015 &#8211; die h\u00f6here Vetoryl-Dosis hat zu einem synchronen Haarwachstum gef\u00fchrt, Marley sieht aus wie ein Eisb\u00e4r, dieses komische, stumpfe dicke Fell wird er nie wieder ganz loswerden! Wir reduzieren auf 2x t\u00e4glich 15mg<\/p>\n<p>Apr &#8211; Juni 2015 &#8211; mit 2x 15mg scheint Marley wieder halbwegs gut eingestellt zu sein<\/p>\n<p>Juli 2015 &#8211; der ACTH-Stim-Wert ist etwas niedrig, wir reduzieren von urspr\u00fcnglich 30 mg Vetoryl t\u00e4glich auf 30mg jeden zweiten Tag und 15mg jeden anderen Tag.<\/p>\n<p>Aug 2015 &#8211; ADDISON KRISE!<br \/>\nSymptome:<br \/>\n1.) Er frisst schlechter (man hat das Gef\u00fchl, es sei ihm permanent irgendwie schlecht)<br \/>\n2.) Er trinkt nun sehr viel und muss auch entsprechend oft urinieren (dieses Symptom hatte er bisher nie &#8211; auch nicht vor der Behandlung mit Trilostan!)<br \/>\n3.) Er hat h\u00e4ufig irgendwelche Probleme mit dem Bewegungsapparat &#8211; einmal Halswirbels\u00e4ule, dann Schulter oder Kreuz-Darmbein bzw. hat Phasen in denen er sich nicht schnell oder weit bewegen kann\/will<br \/>\n4.) Er wirkt oft abgeschlagen, apathisch und depressiv<br \/>\nMarley muss station\u00e4r aufgenommen werden, auf der Station bekommt er noch eine Pankreatitis dazu, da w\u00e4hrend der Addison-Krise schon innere Organe unterversorgt waren. Er muss in Summe fast 2 Wochen station\u00e4r bleiben.<\/p>\n<p>Sep &#8211; Dez 2015 &#8211; Er wird zum Addison Patienten (muss Kortison einnehmen!) und wir laborieren noch 4 Monate an seiner mittlerweile chronisch gewordenen Pankreatitis herum<\/p>\n<p>Dez 2015 &#8211; Marley ist (laut ACTH-Stim-Test) im Normalbereich und braucht weder Kortison noch Trilostan<\/p>\n<p>Feb 2016 &#8211; Marley ist wieder im Cushing, wir fangen wieder mit leichter Trilostan-Dosierung (10mg) an<\/p>\n<p>Feb &#8211; Aug 2016 &#8211; 10 mg war wohl zu hoch, also abgesetzt -&gt; wieder im Cushing -&gt; wieder Trilostan, aber nur mehr in Dosierung 5mg<\/p>\n<p>Sept 2016 &#8211; Trilostan ist abgesetzt, aber der Hund hat extreme PU\/PD, Addison wird ausgeschlossen, CT-Untersuchung best\u00e4tigt den Verdacht auf Makroadenom! Makroadenom verhindert die Produktion des Antidiuretischen Hormons (ADH) an der Hypophyse was zum Diabetes Insipidus gef\u00fchrt hat und die PU\/PD erkl\u00e4rt. Er bekommt ab nun und bis zum Ende seines Lebens das Medikament Nocutil (Wirkstoff Desmopressin) alle 8 Stunden, damit wir seine PU\/PD halbwegs in den Griff bekommen.<\/p>\n<p>Sept 2016 &#8211; Jun 2017 &#8211; Marley ist relativ stabil<\/p>\n<p>Jul 2017 &#8211; Marley ist den Sommer \u00fcber etwas schlapp, der Bluttest zur Kontrolle l\u00e4sst f\u00fcr den TA keinen Schlu\u00df zu, es wird empfohlen, die regelm\u00e4\u00dfige Herzuntersuchung vorzuziehen.<\/p>\n<p>Aug 2017 &#8211; Herzuntersuchung: es wird empfohlen, den bekannten Herzklappen-Fehler weiterhin mit selber Dosierung des Herzmedikaments weiter zu behandeln, ansonsten wird ihm eine tolle Herzleistung attestiert.<\/p>\n<p>Nov\/Dez 2017 &#8211; akute Arthritis -&gt; Medis vom TA l\u00f6sen einen Pankreatitis-Schub aus, den wir aber schnell in den Griff bekommen<\/p>\n<p>5.Jan 2018 &#8211; Cushing-Kontrolltermin: noch hohe Lipase-Werte (Pankreatitis) und erstmals sehr hohe Leberwerte -&gt; es wird mir Zentronil als Therapie empfohlen und der Hund wird ansonsten als gesund eingestuft.<\/p>\n<p>10.-11.Jan 2018 &#8211; pl\u00f6tzlich akute Schmerzen im Pankreas, dann Blut im Urin; er muss \u00fcber Nacht station\u00e4r in der Tierklinik bleiben; unz\u00e4hligen Untersuchungen inklusive Leber- und Milz-Biopsie sp\u00e4ter, die Diagnose: neuroendokrines Karzinom (Herkunft zytologisch nicht bestimmbar) mit Metastasen in die Leber und Milz. Da sich neuroendokrine Tumoren aus hormonproduzierenden Zellen entwickeln, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Marley diesen Krebs als Folge seiner Cushing Krankheit bzw. der damit auch verbundenen chronischen Pankreatitis entwickelt hat.<\/p>\n<p>11.Jan 2018 &#8211; Marley geht es immer schlechter, er kann nur noch eingeschl\u00e4fert werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marley hat seinen Kampf gegen Cushing und die begleitenden Krankheiten trotz meiner gr\u00f6\u00dften Bem\u00fchungen leider Anfang des Jahres 2018 verloren. 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