Am 11.1.2018 ist Marley für immer eingeschlafen. Ich musste ihn nach einem schlimmen, kurzen Kampf gehen lassen. Sein Tod kam überraschend, die Ursache war niederschmetternd.
Zwar war Marley die letzten Jahre gesundheitlich durch seine Cushing Erkrankung (Makroadenom an der Hypophyse), die Addison Krise und das Diabetes Insipidus beeinträchtigt, jedoch hatten wir bis vor einem Monat eigentlich eine sehr stabile Zeit und es schien ihm gut zu gehen.
Anfang Dezember hatte er dann eine akute Arthritis in seiner Zehe und die Schmerzmittel schienen eine Pankreatitis ausgelöst zu haben; es schien aber, dass wir diese schnell wieder in den Griff gekriegt hätten, er hatte wieder eine gute Verdauung, war aktiv und lediglich etwas müder und nicht mehr ganz so begeistert bei den Spaziergängen dabei, wie früher – die Ursache dafür hatte ich jedoch im Bewegungsapparat gesehen und nicht – wie sich kurz vor seinem Tod rausstellen sollte – im gastroenteropankreatischen System bzw. in einer von Metastasen zerfressenen Leber!

Zwei Tage vor seinem Tod ist er noch fröhlich an der Leine gehüpft, am Abend nach dem Fressen plötzlich akute Schmerzen im Pankreas, dann Blut im Urin und nach 1 Tag stationären Aufenthalts auf der Vetmed mit unzähligen Untersuchungen inklusive Leber- und Milz-Biopsie die vernichtende Diagnose: neuroendokrines Karzinom (Herkunft zytologisch nicht bestimmbar) mit Metastasen in die Leber und Milz. In der Zwischenzeit ist sein Körper trotz Intensivstation komplett zusammengebrochen – wir haben ihn abends – vollgepumpt mit Schmerzmittel – nur noch nach Hause holen können, um ihm wenigstens noch einen sanften Tod in seiner vertrauten Umgebung zu ermöglichen.

Es war ernüchternd zu erfahren, dass trotz mindestens halbjährigen Kontrollintervallen, sich neuroendokrine Tumoren unbemerkt ausbreiten und erst im metastasierenden Endstadion entdeckt werden können … helfen hätten wir Marley bei dieser Art des Tumors zwar auch nicht, wenn wir es früher gewusst hätten, jedoch hätten wir ihm die Schmerzen der letzten 2 Tage ersparen und ihn die Monate davor mehr schonen können …
Da sich neuroendokrine Tumoren aus hormonproduzierenden Zellen entwickeln, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Marley diesen Krebs als Folge seiner Cushing Krankheit bzw. der damit auch verbundenen chronischen Pankreatitis entwickelt hat.

Zwar hatte ich zum Jahreswechsel gespürt, dass 2018 das Jahr seines Todes sein würde, aber dass es schon so früh im Jahr sein würde und Marley nicht mal mehr seinen 13. Geburtstag erleben durfte, hat uns alle geschockt. Die schlimme Cushing Krankheit und die damit verbundenen Komplikationen haben ihm wahrscheinlich 2 Jahre seines Lebens gekostet … beim Whippet wäre doch der Deal ein Lebensalter von 15 Jahren gewesen ….

Ich trauere gemeinsam mit Skye um unseren besten Freund. Marley war ein wunderschöner Hund mit einer einzigartigen Ausstrahlung. Ein Allrounder und überall dabei. Ein Profi beim Coursing, im Frisbee, im Fotostudio, bei Werbeaufnahmen, aber vor allem auch im Umgang mit anderen Hunden. Er war immer souverän und ein Charmeur – die (Hunde-)Damenwelt hat ihn geliebt! Sanft und ruhig zuhause, voller Elan draußen. Er hatte so einen liebenswerten Charakter, den man nicht bei jedem Hund und nicht bei jedem Whippet findet. Mit ihm durfte ich soviele tolle Erlebnisse erfahren, durch ihn habe ich interessante liebe Menschen kennengelernt und durch die vielen langen gemeinsamen Spaziergänge die Natur wieder entdeckt und lieben gelernt. Und nicht zuletzt war er der Initiator und Antrieb für die Idee des Whippet Archives und nur durch ihn konnte ich die viele Energie für das Breed Archive Projekt gewinnen!

Obwohl ich weiß, dass Erinnerungen mit der Zeit verblassen, wünsche ich mir, alles an diesem einzigartigen Tier und vor allem die wunderschönen gemeinsamen Momente für immer im Detail in meinem Gedächtnis behalten zu können. Das heimelige Gefühl wenn ich mein Gesicht in das weiche, warme Fell an seinem Hals gedrückt habe und die Blicke aus seinen sanften großen dunklen Augen, die ich jetzt schon so sehr vermisse, werde ich auf jeden Fall nie vergessen!

Farewell Marley, my dear friend!

Painful though parting be, I bow to you as I see you off to distant clouds. (– Emp.Saga)

5 Responses to “Marley 16.2.2005 – 11.1.2018”

  1. Isabell says:

    Liebe Karin,
    Ich kann so nachempfinden wie es dir geht, hab ich doch auch vor nicht all zu langer Zeit meinen Seelenhund gehen lassen :( Der Schmerz ist scheinbar unerträglich, aber du wirst sehen es wird etwas leichter mit der Zeit. Und dann kommen auch die schönen Erinnerungen ganz deutlich und detailliert zurück.
    Marley hätte kein besseres Zuhause haben können und wird dich für immer im Herzen begleiten.
    Alles Liebe und viel Kraft,
    Isabell

  2. Tina says:

    Ich hab´ ihn schon als Baby auf unserer roten Büro-Leder-Couch herumhüpfen sehen. ich war bis zu meiner Treffung mit Marley ein eindeutiger Katzenmensch. seit ich Marley und Skye kenne ist das nicht mehr so eindeutig.
    ich hab´ deine Hommage an Marley gelesen und sie sind gekullert…..
    …. Marley war ein wundervolles Lebewesen!
    P.S.: mit Skye hast du aber auch ein SEHR sympathisches, schönes Exemplar gefunden!

  3. Petra says:

    Liebe Karin,
    mein tiefstes Mitgefühl für deinen Verlust! Jedes geschriebene Wort zeigt deine tiefe Verbundenheit mit Marley. Unsere Seelenhunde werden immer mit uns sein, sie hinterlassen große Spuren in unserem Herzen und ich fürchte mich schon davor…
    Du hast ihm ein wunderbares Leben bei dir ermöglicht, du hast alles gegeben und er konnte ihn Ruhe in seinem Zuhause bei dir gehen.

    Traurige Grüße,
    Petra
    Lucy&Jamie
    Sweetie&Knöpfchen

  4. ci says:

    Marley und Karin. Marley und Injah. Sein Playground war auch oft Injah’s, wenn auch nicht immer synchron. Ihr habt uns den unteren Prater mit einem langen Spaziergang durch den Wald erschlossen und uns abgelegene Pfade auf der Donauinsel gezeigt. Die unglaublichen Fotos von Marley in den Dünen von Vlieland haben unsere Urlaube in Zandvoort motiviert. Vom Donaukanal über die Lobau bis Grado, … manchmal waren wir fast zur selben Zeit am selben Ort, oft auf gab es unerwartete Begegnungen. Marley war meine erste Whippet Begegnung und Berührung. Da erst verstand ich, was die älteren feinen Damen hier im 3. meinten, wenn sie vom „seidigen Fell“ der Windhunde schwärmten. (Ein Sloughi ist borstig dagegen.) Ihr wart immer geordnet, wir immer die Chaoten. Ich war stolz, den Windhund aus der Werbung zu kennen. Ihr habt Injah sein erstes afrikanisches Glasperlen-Halsband geschenkt. Ich werde die Teile dieses leuchtend blauen Halsbandes nie wegwerfen können. Es gibt so vieles Erlebtes mit euch, an das ich mich gerade jetzt erinnere, immer gut gelaunte, lustige Momente, Marley engagiert und athletisch, ausdrucksstark und clever. Marley – und Marley durch deine Augen und deine Erzählungen hier nacherlebt – hat auch mein Leben und das meiner Hunde geprägt. Aber mit Marley geht nun auch wieder ein weiterer Freund aus dieser Hundegeneration. Ikarus, Savannah und Lala, Cashshaf und Erkin, Biena und Specki, Escobar, mein Injah, … Jede dieser Nachrichten ließ das Herz brennen. Jede dieser Nachrichten kam zu früh. Sie waren unsere besten Freunde und reissen mit ihrem Abschied riesige Wunden auf. Aber wir sind auch das, was wir verloren haben. Sie bleiben für immer ein Teil von uns. Meld dich bitte, wenn dir und Skye nach reden, schluchzen oder spazieren ist. Wir sind da.

  5. [...] Heute wäre Marley 13 Jahre alt geworden. Zum Jahreswechsel hätte ich nicht gedacht, dass er seinen Geburtstag  nicht mehr erleben wird – wir haben den verzweifelten Kampf gegen Cushing und den Rest seiner vielen Krankheiten leider schon vor einem Monat verloren. [...]

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